

Der Crailsheimer Gemeinderat beschließt den Bebauungsplan Rotebachring. Die unabhängig
davon überplante Sonderbaufläche soll für einen Bau- oder Gartenmarkt genutzt werden.
Der Crailsheimer Gemeinderat hat den Bebauungsplan „Rotebachring“ mehrheitlich beschlossen. Damit wird ein weiteres Kapitel dieser nunmehr jahrelangen Planungsgeschichte aufgeschlagen
Das Ende des Großprojekts Fachmarktzentrum war der Beginn von etwas Neuem (Info).
Die aktuellen Planungen verfolgen ein anderes Ziel: Nunmehr steht die Entwicklung von zwei getrennt zu sehenden Flächen im Fokus. Für die eine Fläche wurde in der jüngsten Sitzung der Bebauungsplan „Rotebachring“ beschlossen. Bei der anderen handelt es sich um die bereits rechtskräftige „Sonderbaufläche Rotebachring“, für die lediglich der Flächennutzungsplan angepasst werden muss. Das gesamte Plangebiet wurde bereits bei der Erstellung des Bebauungsplans für den Gewerbepark im Jahr 2011 untersucht. Schon damals war die Planung öffentlich ausgelegt worden, und Bürgerinnen und Bürger sowie Behörden hatten ihre Stellungnahmen abgegeben.
Bebauungsplan beschlossen
Für den überwiegenden Teil der Fläche hinter dem Media-Markt, die im aktuellen Bebauungsplan „Rotebachring“ ausgewiesen ist, stehen die Investoren fest. Auf rund 12.000 Quadratmetern Grund errichtet die Crailsheimer MK-Group der Familie Coc ihr neues Hotel mit 95 Zimmern auf sechs Stockwerken. Der Spatenstich fürs Hotel hat bereits stattgefunden. Die Firma Hisarlar mit Sitz in der Türkei und ihr deutscher Ableger haben sich knapp 20.000 Quadratmeter gesichert, um von hier aus den europäischen Markt zu bedienen und mittelfristig bis zu 150 Arbeitsplätze zu schaffen. Gebaut werden sollen, so eine Information aus dem Jahr 2023, unter anderem eine Produktionshalle für Bodenbearbeitungsmaschinen und Präzisionsprodukte für landwirtschaftliche Maschinen. Mathias Grimm, Pressesprecher der Stadt Crailsheim, sagt, seines Wissens habe sich an diesen Plänen nichts geändert. Der Gemeinderat hat dem Verkauf der beiden Teilflächen zugestimmt.
Neuer Markt soll entstehen
Für den kleineren Bereich, die sogenannte „Sonderbaufläche Rotebachring“, muss der Regionalplan angepasst werden. Hier soll ein Bau- oder Gartenmarkt entstehen, der Produkte verkauft, die für solche Märkte typisch sind, aber auch Produkte, die eher unspezifisch sind. „Zentrenrelevante Sortimente“, also alles, was es in der Innenstadt zu kaufen gibt, darf nur auf begrenzter Fläche angeboten werden. Die öffentliche Auslegung in den Rathäusern von Crailsheim, Frankenhardt und Satteldorf ist abgeschlossen. Anregungen aus der Bürgerschaft gab es offenbar nicht. Die Träger öffentlicher Belange wurden gehört und ihre Bedenken abgearbeitet. In der Crailsheimer Gemeinderatssitzung gab es bei acht Gegenstimmen erneut eine Mehrheit für das Vorhaben: Die Vertreter des Gemeinderats im Gemeinsamen Ausschuss der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft (VVG) Crailsheim wurden beauftragt, der Änderung des Flächennutzungsplans zuzustimmen. Anschließend muss die Planänderung noch dem Regierungspräsidium vorgelegt werden. In der Vergangenheit gab es wiederholt Anfragen von Investoren für diese Fläche. Sobald die Verfahren formell abgeschlossen sind, sagt Mathias Grimm, „ist es geplant, die Sonderbaufläche Rotebachring öffentlich auszuschreiben“.
Blick auf die Innenstadt
Großflächige Einzelhandelsprojekte dürfen nur in ausgewiesenen Gebieten entstehen, um die Kaufkraft in der Innenstadt zu sichern. Die Stadtverwaltung verweist auf vermehrte Anfragen für große Handelsprojekte außerhalb dieser Flächen; solche Vorhaben sind nur nach langwierigen Verfahren und mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart möglich. Aber auch speziell aus gewiesenen Flächen beeinflussen eine Innenstadt. Wird ihr durch solche Märkte noch mehr Kaufkraft entzogen oder doch der Standort insgesamt gestärkt? Diese Frage stellt sich in vielen Kommunen. Im Gemeinderat wurde die Frage diskutiert, wie der Stadtmarketingverein den geplanten Bau- oder Gartenmarkt mit rund 8000 Quadratmetern Verkaufsfläche sieht und ob dies mit Blick auf die bestehenden Händler – insbesondere Eberl, aber auch Obi – zu verantworten sei.

