

Der Raumausstatter Lauton schließt. Die Inhaberin sieht veraltete Vorgaben im Gewerbegebiet Roßfeld als Hauptgrund.
„Ich war lange auf der Suche nach jemandem, der einen Teil dieser großen Fläche für sein eigenes Geschäft nutzen will.“ Doch Petra Lauton, Inhaberin des Raumausstattungsfachgeschäfts, das 1970 von ihren Eltern Traude und Friedrich Lauton gegründet wurde, fand niemanden. „Unser Konzept der Raumausstattung ist heute nicht mehr zeitgemäß“, sagt sie. Die 2500 Quadratmeter große Verkaufsfläche in Roßfeld ist zu groß: Die beste Lösung wäre gewesen, das Ladengeschäft zu verkleinern und einen T eil der Fläche zu vermieten.
Veraltete Regelung
Dass dies nicht gelang, liege zum Teil an der Flächenbeschränkung, die auf dem Roßfelder Gewerbegebiet liegt, beklagt die Geschäftsführerin. „Hier dürfen sich nur Betriebe ansiedeln, deren Sortiment nicht innenstadtrelevant ist. Das schränkt den Kreis der Interessenten stark ein und ist nicht mehr zeitgemäß.“ Sie begrüßt daher die Initiative der Möbel-Bohn- Töchter, ein großes Fachmarktzentrum in Roßfeld anzusiedeln – und in diesem Zug die Regelungen in Bezug auf Neuansiedlungen im Stadtteil zu ändern. „Der Verzicht von Einzelhandel in Roßfeld rettet die Crailsheimer Innenstadt nicht“, ist Petra Lauton überzeugt. Ein
Paradigmenwechsel in Bezug auf die Flächenbeschränkungen kommt für Lauton zu spät. Trotzdem befürwortet ihn die Inhaberin. „Ich bin überzeugt, dass das Konzept Fachmarktzentrum der richtige Weg ist. Wenn das jetzt vorgestellte Projekt nicht umgesetzt wird, ist Crailsheim als Einkaufsstadt uninteressant. Dann kommen die Leute nicht mehr.“ Sinnvoller sind aus ihrer Sicht Beschränkungen in der Innenstadt – etwa in Bezug auf Dönerläden oder Fachgeschäfte, die es doppelt und dreifach gebe. „Und braucht man eine Zeitarbeitsfirma in der Innenstadt?“, fragt die gelernte Raumausstatterin und Bauzeichnerin, die sich zur technischen Fachwirtin und Betriebswirtin weitergebildet hat.
Keine andere Option
Die Ladenfläche, die nicht anderweitig vermietet werden konnte, ist nur ein T eil des Problems: Die Corona-Pandemie, der Online-Handel, die immer größer werdenden Non-Food-Angebote der Lebensmittelläden und schließlich die wirtschaftliche Lage im Land, die viele Menschen verunsichere, hätten zu Umsatzeinbrüchen geführt. „Das branchenübliche Sommerloch, das früher von Juni bis August dauerte, hat sich inzwischen auf April bis September ausgedehnt“, sagt Lauton. „So konnte es nicht weitergehen.“ Aus dem großen Ladengeschäft in ein kleineres Umziehen und sich von einem Teil der 18 Mitarbeitenden zu trennen, war keine Option. „Mir blieb nichts anderes übrig, als zu schließen.“ Die Entscheidung, das Geschäft aufzugeben, ist Petra Lauton nicht leichtgefallen. Sie habe es als ihre Aufgabe gesehen, das Geschäft weiterzuführen und hatte viel Geld, Energie und Zeit ins Unternehmen gesteckt. Und sie hatte Freude daran. „Für das Handwerk tut’s mir wirklich weh“, sagt sie, „und natürlich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für unsere Stammkunden.“ Die kommen jetzt im Räumungsverkauf in den Laden und äußern ihr Bedauern.
Quelle: Hohenloher Tagblatt / Christine Hofmann / 20.12.2025

